„Schwäbischer Ölscheich“ sorgt für Aufregung

Am vergangenen Wochenende, 18./19. April 2015, hieß es in der Festhalle wieder „Vorhang auf“ für die traditionsreiche Theatergruppe des Liederkranzes Dagersheim. „Der schwäbische Ölscheich“ hieß der Schwank, den die acht Darstellerinnen und Darsteller unter der Leitung von Werner Laier und Wolfgang List am Samstagabend und Sonntagnachmittag zur Aufführung brachten. In der ausverkauften Halle erlebten die Zuschauer einen heiteren Dreiakter, der es wirklich in sich hatte, nahm er doch das etwas zwiespältige Verhältnis der beiden Nachbargemeinden Dagersheim und Darmsheim auf die Schippe.

Für den Bürgermeister Max Haberstroh, gespielt von Werner Laier, bricht eine Welt zusammen, als ihm amtlich mitgeteilt wird, dass die Eingemeindung von Dagersheim nach Darmsheim kurz bevorsteht und er künftig nur noch Ortsvorsteher sein wird. Gemeinsam mit seinem Knecht und Gemeindeschreiber Willi Krautstengel kämpft er gegen das drohende Unheil, „denn so lang i Birgermoister von Dagersche be wird des ed bassiera, dass ons dia Milchköpf aus Darmsa kassierad.“ Für größte Heiterkeit im Saal sorgt dabei das Bierglas des Bürgermeisters, das auf magische Weise immer im falschen Moment entweder leer oder voll war.

In all der Aufregung ist es Max Haberstroh entgangen, dass seine Tochter Tina (Heidrun Heinkele) ein Techtelmechtel mit Michael Schwinghammer (Marc Bross), dem Sohn der neugewählten Bürgermeisterin aus Darmsheim hat. Er will sie viel lieber mit dem etwas trotteligen, aber reichen Stefan Schimmelbauer verkuppeln, dessen Vater, der Bauer Josef Schimmelbauer (Dieter Nagel) ,die Mitgift noch einmal erhöht. Außerdem hat auch sein Gemeindeschreiber eine heimliche Verlobte aus Darmsheim – Ilse (Angelika Kuch), die Schwester der dortigen Bürgermeisterin. Aus lauter Loyalität wagt er es nicht, sie zu heiraten.

Nun nimmt das Stück ordentlich an Fahrt auf, denn mitten im Gefecht mit der Darmsheimer Bürgermeisterin, Paula Schwinghammer (Anita Schmidt), platzt ein Telegramm eines mysteriösen Ölscheichs, der unter den Äckern von Haberstroh nach Öl bohren will. Der Scheich meldet samt Harem seinen Besuch an. Nun spielen alle verrückt. Der Hof wird auf Hochglanz gebracht und ein Empfang mit Schuhplattler und Bauchtanz wird zur Begrüßung eingeübt. Als die drei Darmsheimer in Verkleidung eines Scheichs mit Anhang auftauchen, einigt man sich trotz schwäbisch-arabischer Verständigungsprobleme auf eine Mahlzeit mit Presssack und Bier. Obwohl dies dem Gemeindeschreiber nicht ganz geheuer vorkommt, schöpft man keinerlei Verdacht über das falsche Spiel. Der Bürgermeister sieht nur den künftigen Reichtum und der Gemeindeschreiber Willi ist total in die Haremsdame Tschibo Omo Ariel verschossen ohne zu bemerken, dass sich seine „abgstandene, überkandidelte und keifende“ Ilse dahinter versteckt.

 Ab jetzt geht es auf dem Haberstrohhof drunter und drüber. Es kommt laufend zu Verwechslungen und Missverständnissen, was zu viel Situationskomik führt.  Am Ende jedoch löst sich das Chaos zur Zufriedenheit aller Beteiligten auf: Tochter Tina bekommt ihren Michael und Willi muss seine Ilse heiraten. Auch die beiden Bürgermeister können das Kriegsbeil begraben. Statt Gegner sind sie zukünftig Leidensgenossen, denn beide Ortschaften sollen nach Aidlingen eingemeindet werden!

Wieder einmal ist es der Theatergruppe gelungen, ihr Publikum mit Spielfreude, Herzblut und Schlagfertigkeit zu begeistern. Das zeigten die zahlreichen Lacher, die Szenenbeifälle und ein begeisterter Schlussapplaus als der Vorhang fiel. Vor allem der Gemeindeschreiber Willi, verkörpert von Wolfgang List und der trottelige Bauernsohn Stefan, gespielt von Klaus Zimmermann, avancierten mit ihrer ausdrucksstarken Komik zu Publikumslieblingen. Auch Liederkranzchef Klaus Daniels zeigte sich am Ende mehr als angetan: „Es ist toll, eine solche Truppe zu haben!“ Man dürfe auf nächstes Jahr gespannt sein, denn da stehe das 25-jährige Jubiläum an. Er bedankte sich auch bei den vielen Helfern außerhalb des Rampenlichts, beim Küchengeschwader, das vom Harmonika-Club und der Schwimmabteilung tatkräftig unterstützt wurde, und nicht zuletzt beim großartigen, treuen Publikum.

 

 

 

18./19.04.2015 Theater

 Liederkranz Dagersheim e.V.

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