Theaterwochenende:

„Das alte Feuerwehrlied“

Wenn die Theatergruppe des Liederkranzes Dagersheim zum Theaterbesuch einlädt, dann ist ein turbulenter Abend Programm. So auch am vergangenen Wochenende 6./7. Mai 2017, als die 11 Akteure unter der Leitung von Wolfgang List die schwäbische Komödie „Das alte Feuerwehrlied“ von Erich Weber auf die Bühne brachten.

Die Turbulenzen rund um das Feuerwehrjubiläum zeigten dörfliches Leben in all seinen Facetten und war mit jeder Menge Lokalkolorit versehen. Kein Wunder, dass sich das Publikum bei zwei Aufführungen in der voll besetzten Festhalle gut zweieinhalb Stunden lang köstlich amüsierte.

Schauplatz ist das Wohnzimmer des Feuerwehrkommandanten Alois Winter (Werner Laier). Seit Wochen dreht sich bei ihm alles um „Das alte Feuerwehrlied“, das nun am Jubiläumsfest aufgeführt werden soll. Schon die Proben verlaufen dank einiger Freibier-Spenden feucht-fröhlich und dauern bis in die Morgenstunden, was bei der schwerhörigen Oma Emilie (Angelika Kuch) gar nicht gut ankommt. „Unseren Durst sieht keiner, aber wenn wir besoffen sind, sieht das die ganze Welt“ erkennt Bürgermeister Steininger (Wolfgang List). Denn hier steht der Ortsvorsteher im Rampenlicht. Zu Hause sieht es ganz anders aus. Da führt seine Gattin Wilma (Anita Schmidt) das Kommando und auch die etwas einfältige Tochter Rosalinde (Sandra Laier) sorgt immer wieder für peinliche Situationen. Um das alte Lied etwas aufzupeppen, hat Kommandant Alois heimlich einen Solotrompeter engagiert. Dummerweise fällt der Trompeter aus und schickt als Vertreter ausgerechnet Peter Stiefel (Klaus Zimmermann), den Verflossenen der Kommandantentochter Barbara (Kathrin Zimmermann), was in Folge ein heilloses Durcheinander auslöst.

Weitere ständige Gäste im Hause Winter sind Maria (Andrea Wirth), die Haushälterin des Pfarrers sowie die Ärztin Hannelore Engel (Heidrun Heinkele), die immer wieder mit ihrer ärztlichen Kunst gebraucht wird. Neben Bürgermeister Steininger haben auch Pfarrer Gottlieb Fröhlich (Dieter Nagel) und der dichtende Oberlehrer Stark großes Interesse am Erlös des Feuerwehrfestes, dessen Verwendung man per Gaigelspiel regeln will.

Als auch noch im Pfarrhaus ein vermeintlicher Brand ausbricht, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten und Kommandant Alois läuft zur Höchstform auf. Beim Einsatz rast er mit dem Kopf ungebremst in die Pfarrhaustüre. Er verliert sein Gedächtnis und erleidet eine schwere Sprachstörung. Die Aufregung ist riesengroß und fieberhaft wird versucht, das lange geplante Fest zu retten. Zum Glück geht am Ende alles gut aus: Alois kann wieder normal „schwätza“, Tochter Barbara trägt beim Festakt ihr Gedicht vor und unter dem Dirigat des Kommandanten erklingt das alte Feuerwehrlied „Kann´s denn etwas Schöneres geben als die Feuerwehr“.

Wieder einmal ist es der Theatergruppe gelungen,das Publikum mit Spielfreude, Herzblut und Schlagfertigkeit zu begeistern. Die Rollen waren den Darstellern wie auf den Leib geschrieben. Die einen präsentierten sich außerordentlich komisch und bissig, andere wiederum gutmütig, schlau oder ein bisschen doof und sorgten damit für viel Gelächter, häufigen Szenenbeifall und einen begeisterten Schlussapplaus als der Vorhang fiel.

Auch Regisseur Wolfgang List war von der Leistung seiner Truppe mehr als angetan und belohnte die Darsteller mit einem Präsent. Sein Dank ging aber auch an die vielen Helfer außerhalb des Rampenlichts, an das Küchengeschwader und an das Service-Team, das vom Harmonika-Club wieder tatkräftig unterstützt wurde. Zuletzt bedankte er sich beim großartigen, treuen Publikum aus nah und fern und lud schon jetzt zum Theaterwochenende 2018 ein.

 

06./07. Mai 2017

 Liederkranz Dagersheim e.V.

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