„Onkel Hubbi wird’s schon richten“

Am vergangenen Wochenende, 21./22. April 2018, hieß es in der Festhalle wieder „Vorhang auf“ für die Theatergruppe des Liederkranzes Dagersheim. Mit dem schwäbischen Dreiakter „Onkel Hubbi wird’s schon richten“ von Beate Irmisch blieb die Truppe unter der Leitung von Wolfgang List ihrer Tradition treu, den Freunden des Mundarttheaters aus Dagersheim und Umgebung einige vergnügliche Stunden zu bereiten. Vor den Irrungen und Wirrungen auf der Bühne konnten sich die Gäste am Premierenabend mit Wurstsalat, Tiroler Speckplatte und Räucherlachs stärken oder sich am Sonntag Nachmittag mit Kuchen und Kaffee verwöhnen lassen.

Schauplatz der Komödie ist das Wohnzimmer der Bäckersfamilie Dinkelkorn. Dort kehren der angeheiterte Onkel Hubbi (Wolfgang List) und sein Neffe Stefan (überzeugend gespielt von Marc Bross) am frühen Morgen von einer nächtlichen Sauftour heim. Die beiden hatten auf dem Rückweg einen Unfall mit dem Auto. Dabei wird das Vorgärtchen von Nachbarin Else, Onkel Hubbis Sandkastenliebe, total verwüstet. Der mal forsch, mal zaghaft agierende Wachtmeister Eduard (Dieter Nagel) soll den Fall aufklären. Das Fatale ist jedoch, dass Onkel Hubbi keinen Führerschein besitzt und der Polizist bei der nächtlichen Sauftour selbst mit von der Partie war. Zu allem Unglück erscheint auch noch Anita Schmidt als Barbesitzerin Rosina Gierlundi auf der Bildfläche. Sie bringt die drei Zechpreller in große Bedrängnis und verleiht mit ihrem gekonnt Berliner Akzent dem Schwank den nötigen Kick.

Doch auch der cholerische Bäckermeister Heinz Dinkelkorn, wie immer souverän verkörpert von Werner Laier, und seine Frau Wilma (gutmütig und überzeugend: Andrea Wirth) haben ihre Probleme. Eine große Steuernachzahlung steht ins Haus und die finanziellen Rücklagen sind aufgebraucht. Auch mit Lehrling Max (Alexander List) läuft es nicht rund. In der Rolle des verzweifelten Bäckerlehrlings entpuppt sich der Filius von Wolfgang List als Nachwuchstalent und spielt sich in die Herzen der Zuschauer. Als dann auch noch die strenge Steuerprüferin vom Finanzamt, Rosalie Gierschlund auftaucht, nimmt das Stück richtig an Fahrt auf.

Jetzt ist es an Onkel Hubbi, das Chaos zu „richten“. Er läuft zur Höchstform auf und bringt durch seine Vertuschungsmanöver die Familie an den Rand des Wahnsinns. Die Besitzerin der Bango-Bängo-Bar macht er kurzerhand zur Steuerprüferin, während er die echte Rosalie Gierschlund mit seinem „Selbstgebrannten“ Schach matt setzt und mit Stefans Hilfe im Schrank versteckt. Diese Szenerie ist wie geschaffen für Wolfgang List und Heidrun Heinkele. Beide glänzen in ihren Rollen mit ausdrucksstarker Komik und lösen wahre Lachsalven aus. Zusätzlichen Schwung in das Geschehen bringt immer wieder die naseweise Nachbarin Else, eine Paraderolle für .Angelika Kuch. Sie lässt nicht locker, Licht in das Chaos zu bringen und die Übeltäter zu finden. Wie in jeder Komödie, löst sich am Ende alles in Wohlgefallen auf. Für Else gibt es aber zunächst einen Wermutstropfen zu verdauen: Ihre Hoffnung auf einen Heiratsantrag von Onkel Hubbi erfüllt sich erst nach dem Fall des Vorhangs.

Wieder einmal ist es der Darstellertruppe, die sich auf der Bühne als eine Mischung aus Routiniers und Anfängern, Jung und Alt präsentiert hat, gelungen, mit Spielfreude und Schlagfertigkeit ihr Publikum zu begeistern. Das zeigten die vielen Lacher und ein riesiger Schlussapplaus.

Auch Regisseur Wolfgang List war von der Leistung und dem Engagement seiner Truppe mehr als angetan. Sein Dank ging aber auch an die vielen Helfer außerhalb des Rampenlichts, an das Küchengeschwader und an das Service-Team, das vom Harmonika-Club wieder tatkräftig unterstützt wurde. Zuletzt bedankte er sich beim großartigen und treuen Publikum aus nah und fern, das trotz des Sommerwetters so zahlreich erschienen ist.

21./22.04.18 Onkel Hubbi wird's schon richten

 Liederkranz Dagersheim e.V.

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